Archive für April 2007

Wer in Fremdwörtern nicht konfekt ist, …

… sollte damit auch nicht renovieren!

Sachen gibts: gerade habe ich in der Dienststelle einen Text gelesen, der vor sog. “Plastikwörtern” nur so strotzt. Warum sind Leute nicht in der Lage, so zu schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist?

Wenn dann jedes erreichbare Verb substantiviert wird und fast der gesamte Text auch noch im Passiv daherkommt, ist das Ergebnis so aktuell wie eine Kabinettsorder zu Metternichs Zeiten. Peinlich, wenn dann noch “Gravidität” (Schwangerschaft) mit “Gravitation” (Schwerkraft) verwechselt wird - eine “extrauterine Gravitation” lässt den letzten Rest von ernsthafter Befassung mit dem Text zerstieben.

Merke: eine Popeline ist nicht etwa, wie Sie meinen, die weibliche Form des Nasensekrets, sondern die Ehefrau eines orthodoxen Geistlichen!

Ein verlorener Abend!

Gestern waren Isa und ich im Stadttheater: “Geschichten aus dem Wienerwald” von Ödön von Hovath. Mit einem Wort: ein verlorener Abend!

Ich weiß nicht (mangels Textbuchkenntnis), ob das Stück selbst oder die Dramaturgie/Regie es ausgemacht haben, aber ich halte diese Inszenierung für primitiv bis dekadent. Wenn denn Horvaths Stück überhaupt eine Botschaft haben sollte, so ist sie in der Aufführung vor lauter Pseudo-Aktualisierung nicht erkennbar geworden.

Mein Kommentar: Besuch nicht empfehlenswert!

Schade - leider habe ich wegen dieser merkwürdigen Inszenierung das zeitgleiche Orgelkonzert im Dom nicht besuchen können.

Gibts hier jemanden, der dieses Stück auch gesehen hat? Antwort und Diskussion erwünscht!

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