E-Klasse als Taxi? – brrr!

In den vergangenen Tagen habe ich mehrfach ein Taxi nutzen müssen – und fast immer kam eine E-Klasse von Mercedes herangedieselt. Nix gegen das Auto – aber als Taxi ist es denkbar ungeeignet, vor allem, wenn man im Mantel und unter Mitnahme einer Aktenmappe auf der hinteren Sitzbank Platz nehmen soll. Der verfügbare Freiraum zwischen Sitzfläche und Oberkante des Türausschnitts ist so gering, dass man in das Auto nun wirklich nicht „einsteigen“ kann, sondern bestenfalls „hineinkrabbeln“. Was hat Mercedes sich eigentlich dabei gedacht, diesen Typ als Taxi zu propagieren? Ich stelle mir gerade den arthrotischen Opa Haselhorst vor, der mit ca. 80 Jahren ein solches Auto für die Fahrt zum Arzt nutzen soll – ich befürchte: keine Chance!

Was ich mir wünsche? Eigentlich nichts anderes als das, was uns die „London Taxis“ seit Jahrzehnten vormachen: ein geräumiges Auto, in das man auch in Winterbekleidung bequem einsteigen kann, um unter Mitnahme seines Gepäcks und ohne Beklemmungsgefühle von A nach B zu gelangen. Wenn die Karre dann auch noch einigermaßen formschön gestaltet ist und nicht so aussieht, als käme gerade der Käsehändler um die Ecke gefahren, wäre es vor Glück kaum noch auszuhalten.

Vielleicht baut ja ein deutscher Autobauer irgendwann ein solches Auto – die E-Klasse ist und bleibt aber als Taxi denkbar ungeeignet (wie ich eingangs schon sagte)!

„Digital Volunteers“ – ein wichtiges Aufgabenfeld, aber noch mit vielen Fragen …

Zunächst: am vergangenen Dienstag war ich bei einem Workshop im Bundesverband zum Thema „Digital Volunteers“. Es ging hier darum, Fragen und Antworten im Rahmen eines Forschungsprojekts zu erörtern, die sich um dieses aus meiner Sicht hochwichtige Aufgabenfeld drehen. Kurz und knapp vorweg: die Veranstaltung war gut, hat mir etliche Erkenntnisse gebracht, aber auch offene Fragestellungen „auf den Punkt gebracht“, die noch weiter erörtert werden müssen.

Noch ein Hinweis: unter „Digitalen Medien“ im Sinne des Workshops wurden primär Facebook und Twitter verstanden; fotografische Systeme wie Instagram o.ä. kamen praktisch nicht vor.

Interessant war der Überblick über die Entwicklungen bei „Digital Volunteers“ (DigVol) in anderen Staaten und Organisationen. Gerade auch die Rotkreuz/Rothalbmondbewegung scheint hier etliches an Expertise bereits zu besitzen. Aber auch bei uns im DRK wird, wie die Berichte der Kolleg/innen beweisen, bereits vielfältig an dieser Frage gearbeitet und es liegen auch schon sehr viele positive Berichte vor –  allerdings nicht immer ganz trennscharf (hierzu am Schluss des Beitrags mehr).

Die Frage lautet also: wie wollen wir als Verband mit der Frage DigVol künftig umgehen? Deutlich wurde dabei: es gibt keine Homogenität in diesem Feld, weder im Verband noch bei den Menschen, die wir gewinnen wollen. Die Konsequenz wird also sein müssen: eine präzise Definition von DigVol ist nötig, daraus resultierend eine Aufgaben- und Kompetenzbeschreibung und danach eine Beschreibung, welche Kompetenzen wir erwarten müssen und welche von uns zu vermitteln sind.

Im Sinne der Beschreibungen in der DV 100 kommen hiernach für DigVols beispielhaft folgende Aufgaben in Frage:

  • DigVol als Helfer in der Informationsbeschaffung: ja
  • DigVol als Helfer in der Informationsbewertung: eher nein, und wenn, dann nur nach entsprechendem Kompetenzerwerb
  • DigVol als Helfer in der Informationsweitergabe: ja, aber unter weiterbestehender Verantwortung der Stabszelle „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ (Krisenstabsmodell) bzw. S 5 (Führungsstabsmodell)
  • „Clearingstelle“ als Helfer bei der Gewinnung und Lenkung von Helfern und Interessierten im Sinne eines Modells „Runder Tisch“ bzw. „Gleicher unter Gleichen“

Dieses weitergedacht bezogen auf die persönlichen Kompetenzen ergibt sich daraus eine einfache Formel: DigVol kann jeder werden, der es kann! Mitzubringende formale Voraussetzungen sind zunächst nicht erforderlich. Nötig ist aber „XMV“ (wie der bayerische Kollege sagte: X’under Menschenverstand), Affinität zur Nutzung sozialer Medien, natürlich Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift (nichts ist ärgerlicher als eine Anhäufung von Orthografie- und Grammatikfehlern in SocMed-Beiträgen) sowie „pressegerechte“ Schreibe. Auch die „Social Media-Policy“ des Verbandes (zu der im DRK bspw. die Beherzigung der Rotkreuz-Grundsätze gehört) muss von den DigVol unabdingbar erwartet werden – schließlich sind sie „Sprachrohr“ des Verbandes!

Die vorstehenden Erkenntnisse wurden in Gruppenarbeit erarbeitet und diskutiert; der Text gibt meine Wahrnehmung der Ergebnisse wieder (die hoffentlich nicht allzusehr von den Wahrnehmungen der Kolleg/innen und der Projektleitung abweicht).

Was bleibt für mich als Resümee?

  • Die Definition „Digital Volunteers“ ist zwar einerseits klar, wird aber andererseits nicht immer beachtet. Es muss deutlich gemacht werden: DigVols sind Menschen, die mit SocMeds arbeiten, NICHT aber diejenigen, die sie für ea. Mitarbeit gewinnen. Beispiel: der DigVol, der über Twitter Werbung für den nächsten Blutspendetermine macht, ist ein DigVol, der Blutspender, der auf Grund dieses Aufrufs zum Termin kommt, aber nicht. Das ging in dem Workshop manchmal etwas durcheinander.
  • Eine Begrenzung der Aufgabe und Bezeichnung DigVol auf Ehrenamtler erscheint mir eher willkürlich und inhaltlich nicht ganz schlüssig: die vorgeschlagenen und diskutierten Voraussetzungen für DigVols treffen uneingeschränkt auch auf „Professionelle SocMed-Arbeiter“ zu. Auch das wurde weitgehend nicht berücksichtigt, sondern so getan, als wären hier ausschließlich Ehrenamtler tätig. Muss also der Begriff „Digital Volunteers“ um „Digital Professionals“ erweitert werden? Oder gibt es einen Weg, die Bezeichnung von der arbeitsrechtlichen Stellung unabhängig zu machen? Ist die Gleichsetzung „Volunteers“ mit „Ehrenamtler“ überhaupt zutreffend?
  • Ehrenamtler, die andere auf anderen – „nicht-digitalen“ – Wegen zur Mitarbeit gewinnen, werden ebenfalls begrifflich nicht erfasst – sind das mglw. „Analogue Volunteers“? Die Beschränkung auf Ehrenamtler, die SocMeds nutzen, mag zwar aus Gründen der Technologie nachvollziehbar sein, grenzt aber die Nutzer anderer Kommunikationsmittel aus. Die meisten beschriebenen Voraussetzungen für die DigVols gelten aber auch für die „AnalogueVols“. Kann die Trennung dann aber auf Dauer so richtig und sinnvoll sein?
  • Möglicherweise wäre es ein Weg, das Verfahren von den handelnden Personen gedanklich zu trennen – „digital volunteering“ als Verfahren, ehrenamtlich Tätige unter Nutzung sozialer Medien zu gewinnen, unabhängig davon, ob dies durch Hauptamtler oder Ehrenamtler praktiziert wird. Man könnte dann spezifisch auf die Vorzüge und Grenzen der DigMed eingehen, ohne dass dies einer Einschränkung bezogen auf die handelnden Personen unterläge. Dies entspräche dann auch der Praxis, Ehrenamtler (zu denen ich hier auch Förderer, Blutspender, freie Mitarbeiter und ungebundene Helfer zähle) auf anderen Wegen zur Mitarbeit zu gewinnen – auch hier machen wir ja keinen Unterschied, welche arbeitsrechtliche Stellung die handelnden/“werbenden“ Personen haben, sondern entscheiden ausschließlich aus Zweckmäßigkeitserwägungen heraus.
  • Keineswegs darf aus dem Projekt der Eindruck entstehen, es würde hier ein neues „Spielfeld für Nerds“ geschaffen. Die Tatsache, SocMed zu nutzen, ist nichts a priori besseres als die Nutzung anderer Medien und Techniken, sondern eben nur anders. Ein „Abhängen“ anderer Zielgruppen wäre fatal.
  • Insgesamt scheint mir das Projekt geeignet, die Notwendigkeiten und Voraussetzungen der Nutzung von SocMed im Verband zu beschreiben und Kräfte für diese Aufgabe zu gewinnen. Die definitorische Klarstellung über das, was wir wollen, lag zwar in dem ausgeteilten Glossar vor, ist aber in der verbandlichen Wirklichkeit noch nicht verankert – „jeder sieht in Digital Volunteers noch etwas anderes als sein Gesprächspartner“. Wenn es dem Projekt gelänge, hier inhaltlich-sprachliche Eindeutigkeit herbeizuführen, wäre viel gewonnen. Die erarbeiteten Voraussetzungen, Inhalte und Ziele ließen sich dann – so meine ich – im Verband vorteilhaft umsetzen. Dieser Weg sollte daher weiter beschritten werden.

 

Ein ausgefülltes Adventswochenende

Sagt man nicht, dass der Advent manchmal recht stressig sein kann?
Freitag: morgens um sechs mit dem Zug nach Berlin zur Ordensverleihung an Joachim Gardemann (herzlichen Glückwunsch, du hast es wirklich sehr verdient), abends Weihnachtsfeier der Kanzlei.
Sonnabend: vormittags Weihnachtsmarktbummel, abends Weihnachtsfeier des Ortsvereins.
Sonntag: Adventsfrühstück mit Oma Anni.
Montag: wieder nach Berlin (diesmal Abfahrt um sieben Uhr), voraussichtliche Rückkehr am Mittwoch. Die Weihnachtsfeier der Dienststelle werde ich daher wohl verpassen, abends ist aber noch Evensong.
Sagte ich schon, dass der Advent manchmal recht stressig sein kann?

Land unter!

Das Hochwasser am vergangenen Wochenende („extreme Starkregenfälle“ sagte der Wetterdienst) hat uns in Nordwalde besonders getroffen. Und das schlimmste ist: in der Nachbarschaft ist ein Öltank geborsten, das Öl hat sich im gesamten Wohngebiet verteilt und damit auch in unserem Kriechkeller! Bei uns stinkts im Moment wie an einer Tankstelle.

Ansonsten war unser Schaden eher gering: zwei Weinflaschen haben ihre Etiketten verloren, und der Keller musste vom angesammelten Prüddel entrümpelt werden. Das wars dann aber schon. Nur der Gestank – wir lüften augenblicklich durchgehend (Empfehlung der Leute vom Kreisumweltamt), eine „chemische Sanierung“ ist erst möglich, wenn die Wände wieder trocken sind. Ich hoffe, dass dies nach unserem Urlaub in zwei Wochen der Fall sein wird.