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Schafft sich Nordwalde eine “Vogelgrippe-Retorte”?

Die Sorge der Anwohner der geplanten Hähnchenmastanlage um Wertminderung ihrer Grundstücke und mögliche Geruchsbelästigungen ist aus meiner Sicht sehr zu verstehen. Allerdings dürfte es keine Lösung sein, die Anlage unmittelbar an die schon bestehende Hofstelle zu verlagern.
Gerade die derzeitige Grippesituation ist en Beleg dafür, dass die unmittelbar benachbarte Haltung von Schweinen und Geflügel eine große Wahrscheinlichkeit für die Rekombination von Viren bietet, die dem Menschen gefährlich werden können. Eine Geflügelmastanlage neben einer Schweinemastanlage wäre also ein hohes Risiko dafür, dass dort verschiedene Virenstämme einen gefährlichen “Cocktail” hervorrufen, der dann zur Quelle hoch infektiöser und möglicherweise auch hoch gefährlicher Erkrankungserreger für den Menschen werden kann. Schweine- und Geflügelhaltung entsprechend weiträumig voneinander getrennt zu halten ist also ein Gebot der Vernunft, und ich bin mir nicht sicher, ob der jetzt geplante Abstand bereits ausreicht, dieses Risiko einigermaßen sicher zu vermeiden. Der Kreis wird sicherlich auch diese Frage bei seiner Beurteilung, ob die geplante Anlage überhaupt genehmigungsfähig ist, zu berücksichtigen haben.
Jedenfalls hielte ich es nicht für besonders werbewirksam für unseren Raum, wenn es irgendwann einmal eine Pandemie geben sollte, die “Nordwalde-Grippe” heißt!

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“Das schlaue Füchslein”

Ich war gestern eher skeptisch nach Münster gefahren - “Das schlaue Füchslein” hat mir bislang nichts gesagt; also eine völlig neue Oper für mich!
Am Ende der Aufführung war ich aber beeindruckt - ergriffen - überzeugt: eine liebevoll ausgestattete kleine Oper aus den 20ern des vorigen Jahrhunderts, hervorragend dargeboten und mit Ideen und gutem Geschmack “über die Rampe gebracht”. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch als auch inszenatorisch hat Münster damit in meinen Augen ein “Kabinettstückchen” geliefert, das man anderen Opernbesuchern nur wärmstens ans Herz legen kann. Danke an das gesamte Ensemble für einen wirklich gelungenen Opernabend!

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Jetzt kommt der Frühling mit Macht!

Seit Ostern hat der Frühling nun wirklich Einzug gehalten: Temperaturen über 20 Grad sowie viel Sonne machen Lust auf den Sommer.

Gestern Abend war bei Brodessers “Angrillen” - und außerdem flogen die ersten Maikäfer durch die Nacht.

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“Verstaatlichung” - warum nicht?

Von manchem Markt- bzw. Ordoliberalen werden derzeit “Krokodilstränen” geweint, wenn im Gegenzug zur finanziellen Stützung angeschlagener Unternehmen eine entsprechende Einflussnahme der Regierungen eingefordert wird - der Staat solle sich nicht in die Unternehmertätigkeit einmischen, ist dann noch eine der “zahmeren” Formulierungen, die insbesondere eine Übernahme von Aktienpaketen dieser Gesellschaften durch den Staat als einen wahren Sündenfall beschreiben.

Ich meine jedoch: es ist nichts weiter als normal, wenn die Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Steuergroschen heute und in Zukunft diese - notwendigen - Maßnahmen finanzieren, dann auch an Entscheidungen und hoffentlich positiven Zukunftsentwicklungen beteiligt sein wollen. Am Beispiel der Düsseldorfer Privatbank IKB hat die FAZ, der man sicherlich keine übertriebene Nähe zu sozialromantischem Gedankengut vorwerfen kann, schon am 22. August 2008 vorgerechnet, dass bei den Stützungsmaßnahmen jede Bürgerin und jeder Bürger mit ca. 125 Euro unfreiwillig beteiligt worden sind, bevor dann nach Befreiung von den Altrisiken diese Bank einem US-amerikanischen Finanzinvestor zum Geschenk gemacht worden ist.

Wenn wir als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nun zur Sanierung der Hypo Real Estate oder möglicherweise auch von Opel beitragen sollen, hielte ich es nur für recht und billig, wenn wir dann auch durch unsere gewählten Vertreter z.B. am Aktienkapital, an den Entscheidungsgremien und an der Entwicklung dieser Gesellschaften beteiligt würden. Die Einhaltung von Auflagen z.B. zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung wäre auf diesem Weg leicht zu kontrollieren und durchzusetzen. Gelingt die Sanierung, würde die Steigerung des Aktienwertes und die Ausschüttung von Dividenden zur Rückführung der für die Sanierung aufgenommenen Kredite eingesetzt werden können und die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler von generationenlangen Folgekosten entlasten - gelingt die Sanierung nicht, stünden wir gegenüber der Jetzt-Situation auch nicht schlechter da!

Unsere Regierung sollte sich also nicht scheuen, Sanierungsmaßnahmen wie Kredite, Bürgschaften und unmittelbare Finanzspritzen von einer Übernahme entsprechender Aktien- oder Anteilsmehrheiten abhängig zu machen. Erst dann stünden Unterstützungsleistung und Gegenwert in einem angemessenen Verhältnis zueinander!

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Ein Tag in Europa

Dienstag, 17. Februar 2009: in Berlin, Düsseldorf und Wiesbaden wird fieberhaft daran gearbeitet, einen der großen Autobauer in Deutschland mit seinen Tausenden von Arbeitsplätzen zu retten, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist für Verhandlungen hierzu sogar nach Washington gejettet, an anderer Stelle wird darum gerungen, die Auswirkungen der Bankenkrise nicht zu einem Kollaps der Realwirtschaft werden zu lassen und katastrophale Folgen für die Menschen im Land möglichst einzudämmen.

Da hört man aus Brüssel, was die wirklichen Probleme für die Menschen in Europa sind: 100 Watt-Glühbirnen werden ab August verboten - toll, mit welchen existenziellen Problemen unsere Europaparlamentarier sich derzeit befassen! Und dann kommt der endgültige Brüller in den Nachrichten: die EU-Kommission (weitestgehend bestehend aus abgehalfterten Politikern wie Herrn Verheugen, die in ihren jeweiligen Heimatländern nicht mehr sinnvoll verwendet werden konnten und daher nach Brüssel entsorgt wurden - du weisst schon: “hast Du einen Opa, dann schick’ ihn nach Europa”) hat auf der Suche nach der ultimativen Lösung den Stein der Weisen entdeckt! Ab 2012 sollen in Europa für Handys einheitliche Netzladegeräte verwendet werden! Boah ey - warum ist darauf nicht schön früher jemand gekommen, dann ginge es uns allen jetzt viel besser!

Im Ernst: wenn dies die Politikschwerpunkte des “neuen Europa” sein sollen, dann kann ich nur hoffen, dass Karlsruhe den Lissabon-Vertrag alsbald kippt.